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Von der Farbe zur Linse, von der Linse zur Farbe 


Presse

Alfred Resch-Diaz ‚Äď Das Gesamtwerk ‚Äď Part 1
Photography und Reworked Photography

Ausstellung
-------------------------------Mittwoch 12. Mai 2021 / 14.00 Uhr
» Galerie Centrum

14. Mai - 27. Mai 2021
Mi - Fr 16 - 18 Uhr
und nach Verein­barung per: Telefon 0316 872-4931; Email mail@alfred-resch.com
Sonder√∂ffnungszeiten Galerientage 14 - 16. Mai, 10 - 18 Uhr (√Ąnderungen vorbehalten)



© Alfred Resch

Mit seinen Fotografien, digitalen Fotocollagen und ganz besonders mit seinen Reworked Photo Serien hat Alfred Resch-Diaz eine ihm eigene Herangehensweise und Eigenständigkeit erreicht. Diese Ausstellung ist Teil 1 eines umfangreichen Ausstellungsgeschehens im Jahr 2021 zu seinen vergangenen 40 Jahren Kunstschaffen.

Im Allgemeinen sind Alfred Reschs Arbeiten auf wissenschaftliche und technische Visionen ausgerichtet. Als ewiger Träumer, Reisender und Wanderer jedoch ist er auch unterwegs auf der Suche nach schon existierenden Alternativen und Varianten, seien es fremde Kulturen, Gesellschaftsformen, Habitate, der Weltraum oder schlicht Naturräume. Diese Faszination beeinflusst direkt sein Schaffen, vor allem sein fotografisches Werk.











Von der Farbe zur Linse und von der Linse zur Farbe
40 Jahre k√ľnstlerische Laufbahn von Alfred Resch-Diaz

Von Aurora Diaz Valdivia

Wenn wir von Vielseitigkeit in der bildenden Kunst sprechen, k√∂nnten wir Alfred Reschs Karriere erw√§hnen, in der er fast alle Erscheinungsformen erforscht und mit denen er experimentiert hat: von der Fotografie, der Malerei, der Installation, der Collage, den skulpturalen Objekten, Installationen, der Land-Art, der Videokunst, Design bis hin zu seinen Beitr√§gen zur Modewelt. Mit 40 Jahren Erfahrung ist er von einer Sch√∂pfung zur anderen, mit au√üergew√∂hnlicher Originalit√§t, die jedes seiner Werke zu einem Bezugspunkt f√ľr die Kunst seiner Zeitgenossen macht, gewandelt.
Schon in jungen Jahren war er von der Kunst angezogen, mit Neugier f√ľr die verschiedenen ¬ęSch√∂nheiten¬Ľ unserer Welt und versp√ľrte das abenteuerliche Bed√ľrfnis sie zu erforschen. √úber Jahrzehnte hinweg hat er an verschiedenen Orten Europas, Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und der Karibik ein wertvolles fotografisches Zeugnis aufgenommen, das ihn als Person und K√ľnstler seiner Zeit gepr√§gt hat.
Ebenso können wir dieses starke Fasziniertsein Reschs erfahren, wenn wir uns in seine Studien der Natur und Landschaften vertiefen, in all die Formen und Farben von Flora, Fauna, Fels oder Wasser. . .
Aus all den Themen und Unterthemen, die in Alfred Reschs Fotowerken Eingang fanden, heben sich zwei pers√∂nliche Interessen oder zyklische Serien √ľber den gesamten Werdegang des Fotografen im Besonderen hervor:
Die Serie mit dem Titel My own shadow zeigt authentische Zeugnisse von Orten, die tiefe Spuren in ihm hinterlassen haben. Wo Licht ist ist Schatten, auch der Eigene, untrennbar mit der eigenen Existenz verbunden, bildet er sich ab, fl√ľchtig wie das Vorhandensein der Person am Ort, ver√§ndert er das Erscheinungsbild der umgebenden Landschaft.
Die gro√üen Fotoserien der Taxi rides, die aus dem Fahrzeuginneren aufgenommen wurden, k√∂nnten als eine √úbung der Entfernung oder des Entfremdens des K√ľnstlers von der Umgebung oder den fotografierten Objekten interpretiert werden. Doch das Gegenteil ist der Fall, Resch sa√ü in den Autos als ein weiterer Passagier, eingefangen im Kontext und Teil des Moments, konzentriert sowohl auf das Innere des Wagens als auch die Begebenheiten auf der Stra√üe.
Wenn wir eine Momentaufnahme im und aus dem Inneren eines Taxis machen, k√∂nnen wir Ideologie, religi√∂se Praxis oder F√ľrsorge des Fahrzeughalters erkennen, indem wir z. B. die am R√ľckspiegel h√§ngenden Gegenst√§nde genau betrachten. Und wenn wir weiter schauen wollen, durch das Fenster, sehen wir, wie die Menschen leben, wie ihre Stra√üen oder Geb√§ude aussehen, wie die Umgebung mit ihren Bewohnern aussieht und ihre Kultur wird sichtbar. Diese Serie beleuchtet in einer Art cineastischem Panorama den Alltag, das Gew√∂hnliche vor Ort, unzensuriert und ungeschminkt, das Pulsieren des Lebens und all seiner Umst√§nde in Momentaufnahmen.
Alfred Resch hat zahllose Bilder von wahrer Nat√ľrlichkeit aufgenommen: Menschen, die an beliebten und belebten Pl√§tzen sitzen, durch Stra√üen flanieren, besch√§ftigte oder besorgte Menschen, die eine Pause einlegen oder einer Freizeitbesch√§ftigung nachgehen, kurzum, den Alltag ihres Lebens. Hier liegt ein weiteres aufrichtiges k√ľnstlerisches Interesse von Resch, die Umgebungen auf nat√ľrliche Weise, ohne k√ľnstliche, ohne die Situationen verf√§lschende Eingriffe, zu erfassen. Es zeigt die Realit√§t der Menschen, der einfachen Menschen, der St√§dter und der Dorfbewohner.
Sein wichtigster √§sthetischer Beitrag als Fotok√ľnstler und Maler stellt allerdings seine Arbeit mit √Ėlfarbe auf ausbelichteten Fotografien dar, wobei er mit Hilfe der Malerei eine neue k√ľnstlerische Dimension einzieht. Er vertieft sich in ein bereits vollendetes Werk, bel√§dt es mit neuen Inhalten und reichert es so mit Bedeutung weiter an. Durch √úbermalung, Freilegen, √úberlagern, Pr√§zisierung, Integration von Texten, Auskratzen und vieler weiterer Techniken entstehen Unikate mit neuen Bedeutungen.
Beispielhafte Arbeiten in dieser Technik entstanden zu verschiedensten Ländern wie Nepal, Vietnam, Argentinien, Marokko, Kap Verden, China und Kuba, aber auch zu anderen Themen wie Portraits, Industriegebäuden, Alltagsgegenständen, dem Kosmos und zu vielen anderen Bereichen der Existenz.