KULTURVERMITTLUNG
STEIERMARK
  Internationales Haus der Autorinnen und Autoren Graz

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Man küsse sich jetzt im Stehen 

LITERATUR. OST><WEST
Lyrik von Albana Shala, Andrea Grill, Christoph Szalay

Lesung
-------------------------------Dienstag 12. Mai 2015 / 20.00 Uhr
» Im Cubus

Eine Veranstaltung in Kooperation mit ISOP, dem Internationalen Haus der Autorinnen und Autoren Graz, unterstützt durch die Kulturvermittlung Steiermark. Marko Tomaš ist Stipendiat des Internationalen
Hauses der Autoren und Autorinnen Graz.


Die Lyrik muss sich in der Gegenwart ihre Existenz und ihr Geheimnis selbst erarbeiten. Die Art und Weise, wie Albana Shala, Andrea Grill und Christoph Szalay das tun, ist witzig und klug, ironisch, philosophisch und politisch engagiert. Es ist ein Blick auf die Welt, der immer wieder überrascht.

.. / als wären wir / engel // .. / die Flügel / gezückt (Szalay, flimmern), Albana Shala, Andrea Grill und Christoph Szalay nehmen die Welt auseinander und fügen sie neu zusammen, montieren die Versatzstücke so, dass Bekanntes verfremdet erscheint und Alltägliches spannend und frisch. Die Verfahren, die sie anwenden, der Geschmack, den sie erzeugen, ähneln einander punktuell, sind zugleich auch (wunderbar) divers. Andrea Grill etwa, die nicht nur als Autorin sondern auch als Biologin arbeitet, entwickelt Bilder und Metaphern immer wieder aus dem Bereich der Flora und Fauna, die durch Fügung, Schnitt und Kontextualisierung urbane, polyglotte Volten erhalten und zugleich sinnlich aufgeladen werden, verlasse mich auf deine Wörter / dieses Grau musst du angemalt haben / sagst du // mit einer Höflichkeit / wie ich sie sonst nur / von Bäumen kenne (Grill, Safari, innere Wildnis), Albana Shala verschneidet ironisch und mit Witz Privates mit Öffentlichem, Alltägliches mit Bedeutsamem (oder mit dem, was wir für bedeutsam halten) und hebelt dabei eingefahrene Denkmuster aus; Christoph Szalay generiert in seinen Gedichten atmosphärische Ambivalenzen, die aus Wahrnehmung und Erinnerung des lyrischen Ich gefügt sind und lässig auch in der poetischen Verdichtung bleiben, physische Grenzerfahrung beschreibend, Entfremdung im großstädtischen Raum, Beziehungsalltag und – zunehmend politisch und in dringlicherem Ton – Krieg und Repression. Schreiben ist immer auch ästhetisch strukturiertes Nachdenken, das zugleich kognitiv ist und über die Sinne läuft, ein Nachsinnen also ist, das stark vergegenwärtigende Qualität hat und auf den Leser überspringt, man könnte auch sagen, man wird sich seiner selbst in der präsentischen Qualität gerade dieser Texte intensiver bewusst.


Albana Shala [artist]
Man küsse sich jetzt im Stehen, 2015-05-12 20:00:00 [event]





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