KULTURVERMITTLUNG
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Woher wir kommen 

Lesung zum Tag der Menschenrechte
mit Aslı Erdoğan und Barbara Frischmuth

Die deutschen Texte von Aslı Erdoğan werden von Ninja Reichert gelesen.
An der Seite von Aslı Erdoğan wird Murat Aygan aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzen.
Juan Carlos Sungurlian begleitet die Literatinnen auf der orientalischen Oud.

Lesung
-------------------------------Montag 10. Dezember 2012 / 20.00 Uhr
» ISOP - Inovative Sozialprojekte



© ISOP

Aslı Erdoğan ist eine Frau Mitte 40 mit einer höchst ungewöhnlichen Biografie. Geboren und aufgewachsen in Istanbul, hat sie Informatik und Physik studiert und von 1992 bis 1994 in Genf am Kernforschungszentrum CERN gearbeitet, wo auch ein Teil ihres 1996 erschienen Bandes DER WUNDERSAME MANDARIN (Edition Galata, 2008) spielt, dem noch eine Reihe anderer, sprachlich und inhaltlich sehr intensiver Prosaarbeiten folgte, die jeweils eine Herausforderung für ihre Leser bedeuteten. Vor allem der Roman DIE STADT MIT DER ROTEN PELERINE, aus dem sie lesen wird.
Asli Erdogan hat einen Blick für das Elend und die Verelendung dieser unserer Welt. Wo immer sie mit ihrer Literatur hinzielt, trifft sie auf Unfreiheit, Leid, Unterdrückung und Not. Dass sie sich hier in Graz als writer in exile aufhält, ist wohl nicht von ungefähr. Mit ihrem Engagement für die Rechte der Frauen, für die kurdische Sache und andere Minderheiten hat sie sich in ihrem Heimatland nicht gerade beliebt gemacht. Aber es geht ihr noch viel mehr um die innere Verkommenheit der Menschen, die seelischen Verletzungen, die sie einander zufügen und was sie selbst in Liebesbeziehungen einander antun.
Was die Daten in diesem Roman angeht, gleicht Özgürs Biografie der ihrer Autorin, der 1967 in Istanbul geborenen Asli Erdogan, die Informatik und Physik ebenfalls aufgegeben hat und nach einem zweijährigen Brasilienaufenthalt wieder in Istanbul lebt. Auch Özgür schreibt an einem Roman, der als Roman im Roman kursiv gesetzt, parallel zur Geschichte von Özgür verläuft. Die Heldin ihres Romans heißt Ö. Özgür verfällt der Stadt und verfällt in ihr. Mit beeindruckender Hartnäckigkeit stellt sie die gewonnene Freiheit auf die Probe: „Ich bin allein in diesen halbwilden Gegenden, bin alleine und habe dieses ganz neue Gefühl von Freiheit und Isolation. Freiheit in Rio de Janeiro....(Barbara Frischmuth)

Am Roman "WOHER WIR KOMMEN" (Aufbau Verlag, 2012) hat Barbara Frischmuth 3 Jahre gearbeitet, ist dafür viel gereist und sie erzählt uns vom Schicksal dreier Frauen aus einer Familie. Dieser Sehnsuchts- Heimat- und Liebesverlustroman, der mehrere Generationen und 75 Jahre umgreift, handelt von Bindungen und Haschen nach Wind. Es erscheint eine Ferienfamilie in dem kleinen Ort am See, unschwer als Altaussee zu erkennen, es gibt Kopftänzer , die einander Kind sind und des Staunens noch kundig. "WOHER WIR KOMMEN", dieses kunstvoll komponierte, beschwingt melancholische Buch handelt von Träumen, Realismus und Literatur, von der Fabelmacht des Erzählens wie von der Macht, die ein "Wassermann", wie ihn seine Geliebte nannte, lebenslang über diese hatte. Elementar kreist dieses Buch um Fremdsein und das Eigene, um Vergangenheitskreise und deren Überwindung, das Entschlüsseln des Lebens, das Eigensinnige der Gefühle. Und wie sich diese Gefühle nicht einengen lassen, sich Bahn brechen. Und ausbrechen in das Tantalusgebiet des "Was wäre (gewesen), wenn ...", in jenen Bezirk also, wo Sehnsucht auf Qual trifft, wo das Potenzielle ungelebten, durchkreuzten Lebens nur zögerlich mit erträumter Erfüllung kollidiert....(Standard, 18./19.8.2012)


Aslı Erdoğan [artist]
Woher wir kommen, 2012-12-10 20:00:00 [event]





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