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To Whom It May Concern 

Harald Strobl
Fotografien 1998-2007

Vernissage
-------------------------------Donnerstag 15. Mai 2008 / 18.30 Uhr
» Fotogalerie im Grazer Rathaus

bis 13. Juni 2008



© Harald Strobl

„Wenn sich etwas Verbindendes aus den allermeisten meiner (guten oder besseren) Fotografien der letzten Jahre herauslesen lässt, ist es wohl am ehesten die Tendenz zu Reduktion und damit zu Konzentration (im eigentlichen Sinn des Wortes) oder zumindest der Versuch, aus der unendlichen Fülle visueller Erscheinungen und der Unübersichtlichkeit, die ihnen fast immer anhaftet, eine minimale Ordnung oder auch nur Klarheit herauszufiltern, also ein Streben nach Harmonie und Ruhe, ja, man könnte – wäre es nicht ein simpler Pleonasmus – sogar sagen: nach Stille.
Verwirrung Stiftendes, soll heißen: Irritation, die viele Fotografien, die ich bewundere, auszeichnet, ist nicht meine Stärke. Dazu bin ich vermutlich zu ernst. Und für Konzeptuelles mangelt es mir an Ehrgeiz. Als überwiegend visuell wahrnehmender und erlebender Mensch fotografiere ich fast durchwegs spontan, also gewissermaßen „planlos“ und wähle bevorzugt Motive aus, die Stimmung oder Atmosphäre (was immer das ist) in sich bergen und damit Emotionen
wecken, im Idealfall sogar Assoziationen auslösen, sodass sich im Kopf des Betrachters über das eigentliche Bild hinaus eine kleine Geschichte entspinnen könnte, was naturgemäß nur sehr selten gelingt.
Aber was mich seit jeher immer wieder zum Fotografieren treibt, ist zum einen der Wunsch, das Flüchtige festzuhalten, also Vergänglichkeit und damit Zeit zu thematisieren; zum anderen wohl das Verlangen, mir ein kleines Stück von der Welt, die mir ein Leben lang als Ferne erschienen ist, anzueignen; zum dritten die Sehnsucht, anderen Menschen nahe zu sein, gerade weil sie sich zunehmend als fremd und getrennt von mir erweisen; und nicht zuletzt fotografiere ich deshalb so leidenschaftlich, weil es mir die Möglichkeit schenkt, meine Empathie für meine Umgebung sichtbar zu machen sowie meine Grundstimmung, die Melancholie
nämlich, zum Ausdruck zu bringen.
Es geht also in meinen Fotografien – nach eigenem Verständnis – um Zeit, um Raum und die Dinge und Strukturen darin, um Beziehungen (zwischen Dingen und Menschen) sowie um Gefühle, das heißt aber eigentlich: um (fast) alles. Aber sollte es in einer derart fragmentierten
Welt, wenn man sensibel und kreativ darauf reagieren will, nicht immer darum, nämlich um das Ganze, gehen?“ (aus: Harald Strobl, Gedanken zur Fotografie, April 2008)


To Whom It May Concern, 2008-05-15 18:30:00 [event]





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