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Radka Denemarková


Presse

© IHAG

aus Prag
Grazer Stadtschreiberin
Sep. 2017 - Aug. 2018
Geboren 1968, freischaffende Schriftstellerin.
Radka Denemarková studierte an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Germanistik und Bohemistik. 1997 promovierte sie über die semiotische Problematik von Dramatisierungen, einer Arbeit auf dem Gebiet der historischen Literatur- und Theaterwissenschaft. Später arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für tschechische Literatur der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und war gleichzeitig Lektorin und Dramaturgin am Prager Divadlo na zábradlí (Theater am Geländer). Seit 2004 ist sie freiberuflich tätig.

"Die Prager Schriftstellerin Radka Denemarková überzeugt nicht nur durch ihr vielseitiges Schaffen, das von Romanen, Dramen, Drehbücher und Essays über dramaturgische und literaturwissenschaftliche Arbeiten bis hin zu Übersetzungen reicht. Es sind auch die besondere Qualität ihres Schreibens, die Themen, die sie auswählt, und die Form, die sie dafür findet, die sie zu einer außergewöhnlichen Literatin im gesamteuropäischen Kontext machen.

Zum einen setzt sie sich mit Problemen des Individuums in der heutigen Gesellschaft auseinander, zum anderen versucht sie, den Blick auf die Vergangenheit von blinden Flecken, Verdrängungsmechanismen und Tabuisierungen zu befreien. Dies ergibt eine differenzierte Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Aus dieser umfassenden Perspektive betrachtet, wird jede scheinbar nationale Geschichte zu einer gesamteuropäischen Angelegenheit, die uns alle betrifft..."
(Aus der JurybegrĂĽndung)
www.denemarkova.cz


Radka Denemarková [artist]
HofĂĽbergabe, 2017-09-14 18:00:00 [event]
Zumutbare Wahrheit, 2018-07-18 19:30:00 [event]


Denemarková veröffentlichte eine Biografie ĂĽber den Filmregisseur Evald Schorm „Sám sobě nepřĂ­telem“ / „Sich selbst zum Feind“ (1998), redigierte die Anthologie „Zlatá šedesátá“ / „Goldene Sechziger“ (2000), ist Autorin der in „Dopis zmizelĂ©mu“ veröffentlichten Studie „OhlĂ©dnutĂ­ za Milenou HonzĂ­kovou“/ „RĂĽckblick auf Milena HonzĂ­ková“ ( 2003) und Autorin der Romane „A já pořád kdo to tluče“/“Dreht euch nicht um …“, (2005), „PenĂ­ze od Hitlera“ / „Ein herrlicher Flecken Erde“ (2006), „Kobold“ (2011), „PřĂ­spěvek k dějinám radosti“/ „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ (2014). Denemarková ist auch Autorin des umfangreichen Dokumentarromans zum Thema manisch-depressiven Krankheit „Smrt, nebudeš se báti aneb PřĂ­běh Petra LĂ©bla“ / „Tod, du wirst dich nicht fĂĽrchten" (Host, 2008) und des TheaterstĂĽcks „Schlafstörungen“ (inszeniert 2010, auch in Buchform, 2012). 2012 schrieb sie das Filmdrehbuch „MY 2“ (gefilmt 2014, auch in Buchform). Ihre Texte sind in 22 Sprachen ĂĽbersetzt. Sie arbeitet mit dem chinesischen Disidenten und Schriftsteller Xi Zhiyuan (Sammelband „DanDu“, Beijing) und dem deutschen Philosophen Wolfram Tschiche (Vorträge fĂĽr die Zentrale fĂĽr die politische Bildung) zusammen.; jährlich organisiert Denemarková kreatives Schreiben mit Waisenkinder aus tschechischen Heimen (im Rahmen der Organisation OUT OF HOME). Ihre Artikel und Studien wurden z. B in Souvislosti, Tvar, Česká literatura, HospodářskĂ© noviny, LidovĂ© noviny, Respekt, Die Welt (Deutschland, „Das seelenlose Land“), Arcadia (Kolumbien), Der Standard (Ă–sterreich, „Wider die Apathie und Demoralisierung“) veröffentlicht.
Denemarková ĂĽbersetzt aus dem Deutschen, vor allem Studien, TheaterstĂĽcke (Bertolt Brecht, Elizabeth Hauptmann, Roland Schimmelpfennig, David Gieselmann, Fritz Kater, Thomas Bernhard, Franz Xaver Kroetz etc.), Prosa (Michael Stavarič, Herta MĂĽller). Sie schrieb DrehbĂĽcher zu Dokumentarfilmen ĂĽber Persönlichkeiten wie Evald Schorm, AlfrĂ©d Radok, Emil František Burian, Jindřich Honzl, František Tröster, JiřĂ­ Voskovec, Jan Werich, Jaroslav JeĹľek.
Denemarková wurde fĂĽr den AlfrĂ©d Radok Preis nominiert (2003, dramaturgische Interpretation des TheaterstĂĽckes „Heldenplatz“ von Thomas Bernhard, Theater am Geländer), 2007 erhielt ihr Roman „Ein herrlicher Flecken Erde“ den Magnesia Litera Preis fĂĽr die beste Prosa des Jahres, in Polen wurde der gleiche Roman fĂĽr den Angelus Preis nominiert (2009), 2011 erhielt sie den Usedomer Literaturpreis (Laudatio: Hellmuth Karasek), 2012 den Georg-Dehio-Buchpreis (Laudatio: Andreas Kossert). 2009 erhielt ihr Buch „Tod, du wirst dich nicht fĂĽrchten“ den Magnesia Litera Preis fĂĽr das beste Buch des Jahres in Publizistik und wurde fĂĽr den Josef Ĺ kvoreckĂ˝ Preis nominiert. 2011 erhielt Denemarkovás Ăśbersetzung des Romans „Atemschaukel“ (Herta MĂĽller) den Magnesia Litera Preis fĂĽr die beste Ăśbersetzung des Jahres. Der Roman „Kobold“ wurde fĂĽr den Josef Ĺ kvoreckĂ˝ Preis und fĂĽr den Literaturpreis Česká kniha 2011/Tschechisches Buch 2011 nominiert und der letzte Roman „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ wurde fĂĽr den Literaturpreis Česká kniha 2015/Tschechisches Buch 2015 nominiert. Sie war zu Stipendienaufenthalten in Wiesbaden (2007), in Berlin (2008), in Graz (2010), auf der Insel Usedom (2011), in Krems an der Donau (2015). Denemarková lebt als alleinerziehende Mutter mit Tochter Ester und Sohn Jan in Prag.




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