post Kategorie: Artikel post post10. Dezember 1948
  1. Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.
  2. Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz. 

1 Kommentar

#1

Entscheidend bin ich

Dies ist ein kurzer Auszug aus meinem Tagebuch, das ich während meinem Aufenthalt im letzten Jahr in Guatemala, führte.

Ein kleiner niedlicher Bub, auf der Straße spielend und wunschlos glücklich, dachte ich mir. Die Realität war eine andere, eine gravierend andere. Die Umstände, unter denen er lebt oder dahinlebt sind miserabel. Die „basic needs“, die wir als „hochentwickelte“ Länder voraussetzen, davon kann Chilo und seine Familie nur träumen. Er kann weder auf Bildung noch auf ein adäquates Haus zurückgreifen. Die Mutter arbeitet Tag und Nacht, um wenigstens die fünf Kinder, die sie alleine zu versorgen hat, zu ernähren und am Leben zu erhalten. In einem einzigen winzigen Zimmer wird geschlafen, gekocht, gehaust und gespielt.
Diese Lage, unter denen die Sechs wohnen, kann man sich einfach nicht vorstellen. Wir beklagen uns über ein trockenes Brot, ein altes unbequemes Bett, zu wenig Kleidung, ungerechte Noten, Muskelkater vom Fortgehen, Wartezeiten beim Arzt…. Doch Chilo kann nicht einmal darauf, auf seine Grundrechte zurückschauen. Tempus

Von Mundhygiene, Körperhygiene, Erziehung und Ordnung dürfte er noch nie was gehört haben. Man wird sich vielleicht gefragt haben: „Fünf Kinder und eine Mutter, wo bleibt bloß der Vater“? Nicht einmal dies ist dem kleinen Chilo und seinen Geschwistern gewährleistet.
Die Mutter muss alleine alles managen, wobei noch zu erwähnen ist, dass sie der spanischen Sprache nicht sattelfest ist und dadurch oft benachteiligt oder ausgenutzt wird.

Mir wurde klar, dass ihr Leben (Familie) fairändert werden „muss“, jedoch nicht umstrukturiert werden sollte. Mann kann auf keinem Fall als westlich denkender Mensch herkommen und den ganzen Ablauf und Lebensstil umkrempeln, dies wäre ein beträchtlicher Rückschritt und erfüllt nicht den Sinn der Sache einer nachhaltigen Lebensqualität. Einen ersten Schritt konnte ich setzen, indem ich Chilo das Recht auf Schule ermöglichte. Somit hat Chilo Zugang zur Schule, was sich die Mutter bisher nicht vorstellen oder besser gesagt leisten konnte. Chilo hat mit seiner Schulbildung bestimmt bessere Chancen aus der Armut zu kommen, als so manch andere Kinder.

Hier wurde mir bewusst, dass es uns und vielen Menschen gut oder gar zu gut geht, wie man so „schön“ sagt: „Das Beste ist gerade noch gut genug.“ Man schätzt viele Dinge im Leben nicht und sieht sie als Selbstverständlichkeit. Kleine grundlegende Dinge gehen im Luxus einfach unter, wobei ich mich selbst nicht ausschließen darf.
Dieser Guatemala-Aufenthalt hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und meine Einstellung zum Leben etwas verändert. Ich konnte sehr viele schöne, aber auch berührende Momente miterleben.

Steffi geschrieben am 20. März 2009 - 14:24
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