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Lajos Parti Nagy


© Lenke Szilágyi

aus Budapest
Artist in Residence
Apr. 2016 - Jun. 2016
Geboren 1953 in Szekszárd, Ungarn. Er studierte Literatur und Geschichte an der PHS in Pécs, arbeitete als Bibliothekar, später als Redakteur der Literaturzeitschrift Jelenkor. Seit 1986 lebt Parti Nagy als freier Schriftsteller und Übersetzer in Budapest. Er übertrug unter anderem Stücke von Werner Schwab ins Ungarische. Ende der achtziger Jahre erschienen neben der Lyrik zunehmend auch Erzählungen, Romane, Hörspiele und Dramen. So wurde 1993 sein erstes Theaterstück Ibusár (Bahnstation Ibuschar, 2003) von der Kritik als bestes ungarisches Drama ausgezeichnet. Das Stück Mauzóleum (1994) und zahlreiche seiner Dramenübersetzungen und -bearbeitungen finden sich immer wieder auf den Spielplänen ungarischer wie auch internationaler Theater. Anfang der neunziger Jahre schrieb er für das Feuilleton der Literaturzeitschrift Magyar Napló.
Schriftstellerkollegen/innen schätzen neben Parti Nagys sprühender Sprach- und Formkunst vor allem seinen feinen Humor. Charakteristisch ist auch Parti Nagys obsessiver Umgang mit der ungarischen Alltagssprache. Sie ist ihm ein lebendiges Reservoir, in dem er eine "barocke Gärung" beobachtet. 1999 erschien der viersprachige Gedichtband (auch auf Deutsch) Europink. Der Roman Meines Helden Platz erschien 2005. In dieser im Jahr 1999 auf Ungarisch erschienenen Meistersatire erstellt Parti Nagy eine Bilanz der Diktaturen des zu Ende gehenden Jahrhunderts. Im Nischen Verlag erschien 2012 Der Wogende Balaton, 16 Erzählungen in denen Parti-Nagy das Milieu des ungarischen Kleinbürgertums mit Humor und sprachlicher Finesse auf die Schippe nimmt und Ungewöhnliches über Land und Leute erzählt, auch über so manche Begebenheit, die gut die Lebenswirklichkeit der einfachen Leute von der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis heute darstellt.


Lajos Parti Nagy [artist]
Mirsad Sijarić [artist]
Oksana Sabuschko [artist]
Freischreiben, 2016-06-06 19:00:00 [event]
FreiSchreiben, 2013-11-10 16:00:00 [event]
FreiSchreiben. Literatur und Widerstand #2, 2014-06-11 20:00:00 [event]
Freischreiben, 2014-10-21 20:00:00 [event]


Lajos Parti Nagy zu seinem Graz-Aufenthalt:

„Wie schön!*”, und da könnte ich schon aufhören, aber ich höre nicht auf, den ersten Grazer Satz konstruiert man, konstruiert der Schriftsteller, wie auch alle anderen ersten Sätze, das heißt, bis der Satz steht, ist er nicht einmal zufällig mehr ein erster, man schreibt ihn, wie einen ersten Satz einer langen Prosa, bestehend aus einzelnen Teilen, eines Graz-Textes, wobei der Satz zum Anblick gehört; wie man, wie der Schriftsteller von dem im Nichts schwebenden Balkon des Cerrini-Schlösschens durch neu belebte Zweige und über Gärten hinunterblickt auf die mal heitere, mal bedeckte Stadt, wo jetzt drei Monate lang die Zeit fliegen wird, die Zeit des Schreibens, des Spazierengehens, des Daseins, das er Arbeit nennt, ist es doch Arbeit im besten Sinn des Wortes, indem er also hinunterblickt, stellt sein zum ersten ernannte Satz nichts Besonderes dar, er ist bloß ein Seufzer der Freude, der fassungslosen Verwunderung, wie schön* dies immer und immer wieder ist, und dann wieder von vorne, doch das wäre schon der zweite Satz, der des Hierseins und nicht des Ankommens.

Übersetzung aus dem Ungarischen von György Buda





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