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Snežana Vujović 

Who's Afraid of Black and White “There is a tendency to look at large pictures from a distance. The large pictures in this exhibition are intended to be seen from a short distance.” Wenn wir uns kurz die moderne Kunst ansehen, entdecken wir in ihr oder in ihrem Umfeld mancherlei Mythen , deren gemeinsamer Ausgangspunkt in der Diskriminierung der Medien liegt: vom Mythos der besagt, dass das Gemälde (Kunstmalerei) de mode ist, bis zum Mythos, der besagt, dass nur das traditionelle Medium, wie Malerei eine echte Kunst ist und alles andere eine Null. Die Gefahr eines solchen Eingewöhnens auf Mythen liegt in deren Festsetzung als Kriterium und Faktum, aufgrund deren eine künstlerische Tätigkeit geschätzt oder diskriminiert wird. Es gibt Kunstwerke, die zeigen, dass Mythen nicht gesund sind: der realistisch – grundsätzliche Inhalt des Werkes hat immer außerhalb der Tatsache vom Medium und der Vorgehensweise gelegen, war immer dem Transitivitätsbegriff nahe. Die Gemälde von Snežana Vujović, entstanden von 1996 – 1997, unter dem gemeinsamen Titel „Osvit“ („Morgendämmerung“), stellen eine ungewöhnliche Lösung dar. Snežana macht aus einem Text ein Bild, aus einem Zitat ein Pattern, aus einem Bild ein Feld ritualer Aufzeichnungen. Ihre schwarz – weißen Bilder sind gewiß am kraftvollsten: in Großformat betonen sie, gerade durch den Kontrast dieser Farbenlosigkeit und Beseitigung des Dekorativen und Koloristischen, präzise die Obsession und Begeisterung für das primäre Malereiverfahren, für den Enstehungsprozeß einer dichten, schwer leserlichen Textstruktur, von Wörtern, Buchstaben, in ein kompositionell zusammengefasstes gemaltes Flächendiagramm integrierter Zeichen. Die malerisch technische Qualität von Snežanas Gemälden zeugen von einer gelungenen Verknüpfung der traditionellen Handmalerei („Handschrift“ des Künstlers) mit der Technik des Ausschreibens durch Ausmalen der Textvorlage nicht durch Pinselführung sondern Farbentube. Sie könnten eine Art „geordneter“ Antipods zu Pollocks „chaotischen“ Dripping Ritual sein: Leinwand ist ein Aktionsfeld, Leinwand ist die gemalte Darstellung dieser Aktion, Leinwand ist die Spur an Begeisterung von der Aktion des Malens. Trotzdem sind die Gemälde nicht ein pollockartiges „All –over“ , haben also keine antikompositionelle Qualität, keinen Grenzenbruch zwischen Fläche und Rahmen, einen endlosen Verlauf. Ganz im Gegenteil, die schwarz – weißen Morgendämmerungen sind kompositionelle Lösungen – sie haben Anfang, Mitte und Ende und – manchmal auch ein Zentrum. Andererseits können uns Rythmus, Plastikartigkeit, das empfindsame Aufbauen der Textur durch Ausschreiben, Textmalen an die freie Paraphrase der kalligraphischen Methode, an Tobeys „Write writing“, erinnern. Wie auch immer. Diese Gemälde bestehen, allem zum Trotz, ausserhalb eines früheren, jetzigen und künftigen Sozialmechanismus und dessen möglichen Einfluss auf die künstlerische Leistung; und sind in der Idee über das Bestehen der transzendentalen Erfahrung enthalten.Die grundlegende Rolle dieser Gemälde, falls ein Gemälde überhaupt eine „Rolle“haben soll, scheint deren Einwirkung auf den Betrachter, der vom Bild aufgesaugt, übermannt, hypnotisiert, exaltiert wird..., zu sein. „ Der Betrachter wird durch das Bild als einer Repräsentanz nicht auf ein sonst unsichtbares, aber in der Vorausahnung schon bekanntes ideales Ganze, dass das eigentliche Thema des Gemäldes wäre, verwiesen, sondern der Betrachter, als jemand, der beim Anblick der erhabenen Bilderscheinung seine eigene Erfahrung und damit auch das Erhabene erkennt, wird selbst zum Thema.“ Die Gemälde von Snežana Vujović sind in der Idee der „Ablehnung dogmatischer Prinzipien“ der Idee vom Gemälde als einem Feld freier /befreiter Tätigkeit und dem Ort sublimierter Mitteilungen über Empatie als der wichtigsten Kommunikationsform eines Kunstwerkes begründet. Es wurde gesagt, dass “jenes nicht Alltägliche, das Verwunderung auslöst und erschüttert, immer kräftiger wirkt als jenes was ermutigt oder anspricht... jenes Erhabene, vorausgesetzt es schlägt zur richtigen Zeit und am angebrachten Ort durch, alles donnerartig erschüttert und plötzlich die Rednerkraft enthüllt“. Lidija Merenik


Maxwell Sibanda [artist]
Haus aus Stein, 2006-01-19 19:30:00 [event]
D'Zimbabwe / Haus aus Stein, ISBN3-70117-551-9 [book]

Leykam Buchverlag [link]






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