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Requiem für die Lebenden 


Presse

Literatur ost <> west
Lesung mit Tamta MELASCHWILI + Zviad RATIANI

Lesung
-------------------------------Dienstag 13. November 2018 / 19.00 Uhr
» Im Cubus

Lesung der Übersetzung: Gina Mattiello
Einführung und Moderation: Katja Wolters

www.kultum.at

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Internationalen Haus der Autorinnen und Autoren Graz und ISOP, unterstützt durch die Kulturvermittlung Steiermark.
Zviad Ratiani ist Stipendiat des Internationalen Hauses der Autoren und Autorinnen Graz.



© Dirk Skiba

Georgien ist das Land im Kaukasus, das sich am stärksten nach Europa orientiert – heuer war Georgien Gastland der Frankfurter Buchmesse. Zeit, Tamta Melaschwili und Zviad Ratiani, zwei der bekanntesten Autoren, einzuladen.

Georgien ist ein alter Kulturraum mit eigener kaukasischer Sprache. Die Buchstaben sind weder mit dem lateinischen noch mit dem kyrillischen Alphabet verwandt. Darin wurzelt die Identität des Landes, das an der Schnittstelle zwischen Okzident und Orient seit vielen Jahrhunderten Spielball der Großmächte war. Zwischen 1921 und 1991 war Georgien von der Sowjetunion besetzt, 80.000 Menschen wurden erschossen und 400.000 Menschen wurden deportiert, vor allem in der Terrorzeit unter Stalin. In Gori, Stalins Geburtsstadt, steht noch heute ein Museum, in dem der Diktator als umsichtiger Führer präsentiert wird, ohne die Opfer des Stalinismus mit einem Wort zu erwähnen – für viele ein Schandfleck. Georgien ist ein Land der Widersprüche, etliche ältere Menschen hängen der Sowjetzeit nach, auch die einflussreiche orthodoxe Kirche gibt sich konservativ und russlandfreundlich, während die Mehrheit der GeorgierInnen sich prowestlich positioniert.

Tamta Melaschwili versammelt in ihrem neuen Erzählband „Marines Engel“ Stimmen von Frauen, die zu marginalen Gruppen gehören und macht sie hörbar, um den Ursprung von Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unterdrückung literarisch zu begreifen (und begreifbar zu machen). Themen wie sexuelle Gewalt, Ausgrenzung und patriarchale Rollenbilder werden immer wieder angezogen und werfen Schlaglichter auf die Probleme der georgischen Gesellschaft.
Dem georgischen Lyriker Zviad Ratiani wurden viele wichtige georgische Literaturpreise zuerkannt, was ihn jedoch nicht vor Repressionen durch die georgische Polizei schützte. Derzeit lebt und arbeitet er als Gast der Stadt im IHAG. Zviad Ratiani wird seinen eben erschienenen Lyrikband „Requiem für die Lebenden“ vorstellen.


Zviad Ratiani [artist]
Tamta Melaschwili [artist]
Requiem für die Lebenden, 2018-11-13 19:00:00 [event]





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