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Journal 

Ingo Abeska & Christophe Gosselin

Vernissage
-------------------------------Freitag 03. Mai 2019 / 19.30 Uhr
» Galerie Centrum

Einführung: Evelyn Schalk (ausreißer - Die Grazer Wandzeitung)

Sitzungen mit den Künstlern: 04.05., 16:00-19:00; 05.05., 14:00-17:00
Öffnungszeiten Galerientage: 04.05., 11:00-19:00; 05.05., 11:00-17:00
Ausstellung bis: 24.05. 2019, Mi-Fr 16:00-18:00

Kommunikation und Koordination mit Christophe Gosselin durch Jessie Servenay



© Christophe Gosselin + Ingo Abeska

„Die Medien” galten einst als vierte Säule der Demokratie. Im 21. Jahrhundert ist dieser Status durch die Schnelligkeit in der Nachrichten produziert werden müssen, Fakenews, Hassforen, überbordende Werbung und die damit einhergehende Unterwanderung der Unabhängigkeit der Medien, einigermaßen gefährdet. Vor allem die sogenannten „Neuen Medien” sind davon betroffen, aber auch klassische Printmedien können sich diesen Entwicklungen nicht entziehen.
Ingo Abeska aus Graz und Christophe Gosselin aus Paris sind zwei Künstler, die sich jeweils in ihrer ganz speziellen Weise mit dem physischen wie inhaltlichen Trägermaterial „Zeitung“ (historische und aktuelle) auseinandersetzen.


Ingo Abeska (*1953 in Graz, lebt und arbeitet in Graz) ist Autoditakt.

Lange bevor das Kommentieren in Zeitungsforen zu einer alltäglichen Beschäftigung für Millionen von Menschen wurde, begann Ingo Abeska in den 1990er Jahren damit, euphemistisch gesagt regelmäßig, nämlich nahezu allnächtlich, sich am zusammengetragenen Welt- und Lokalgeschehen abzuarbeiten. Tagsüber gesammelte Zeitungen und Zeitschriften wurden in seiner Arbeit der Nacht durchforstet und dort wo Abeskas Geist hängen blieb übernahm die Hand, ausgerüstet mit Blei- und Malstift oder auch einer Schere, und schuf gezeichnete oder collagierte Destillate der Meldungen, der Nachrichten oder auch der Werbeeinschaltungen. Aufgekocht und verdampft, wurden die “Wahrheiten” eliminiert und die Essenz und der Subtext in Papier gegossen. Nicht das aufgetischte Narrativ ist das Interesse Ingo Abeskas, sondern das ominöse Zwischen-den-Zeilen, das der Political Correctnes und dem Datenschutz zum Opfer gefallene Nichterwähnte, das oft auch Dunkle, das man meist ohnehin hinter den Artikel vermutet.
Unzählige Hefte hat Ingo Abeska bis heute befüllt und darüber eine unerhörte Meisterschaft im leicht hingeworfenen Strich entwickelt.
Für die Ausstellung "Journal” hat sich Ingo Abeska, nach einer längeren Schaffenspause, wieder besonders ins Zeug gelegt und in unbezahlter Nachtarbeit das jüngste Weltgeschehen auf den Punkt gebracht.


Christophe Gosselin (*1961 in Sainte-Adresse, lebt und arbeitet in Paris) absolvierte
Malerei und Litographie an den Kunsthochschulen Rouen und Paris, Glasmalerei und
Photographie an Hochschulen für angewandte Kunst in Paris.

Neben meist großformatigen Werken in Öl, Tusche oder Kohle, die in vielen Ausstellungen
in Frankreich gezeigt wurden, hat Gosselin weltweit Tusche/Trockenpastell-Serien
ausgestellt (in Brasilien, Tschechien, China, Belgien, Bangladesh, den Niederlanden).
Diese umfangreichen Serien verfolgt Gosselin seit etwa 1990. So begann die Geschichte:
Ende der 1980er Jahre fand er unter dem Fußboden seines Ateliers - damals nahe Bastille
- alte Zeitungsausgaben des "Petit Parisien" aus den 1930er Jahren und fing an, diese
graphisch zu überarbeiten. Auf zahlreichen Reisen sammelte er seit damals historische
Zeitungen, die er in Kunstwerke verwandelt.
Abgelaufene Zeitungen sind die Träger eines Teils von Gosselins ästhetischem Universum.
Er ermöglicht uns, längst vergessene Geschichten neu zu sehen, indem er sie mit seinem
Stil und seiner Inspiration bearbeitet.
Gosselin interessiert sich gleichermasen für die kleinen Details - eine Ankündigung, eine
Anzeige, ein kleines Ereignis in der Lokalrubrik - sowie für große Schlagzeilen: Paris Mai 68.
Er stellt sie beide, klein oder groß, gleichberechtigt neu in den Vordergrund eines frisch
entstandenen Kunstwerkes.
Christophe Gosselin legt großen Wert auf die "kleinen" Geschichten der Menschen, der
Alltag bekommt ein neue Dimension, oft poetisch, manchmal lyrisch oder nostalgisch. Die
Kompositionen verschmelzen mit dem Träger und das Hauptmotiv wird durch seine starke
Präsenz erhoben zu einem großen Moment.
Trotz der Farben und der vielen graphischen Elemente strahlen Gosselins Kreationen eine
gewisse Ruhe aus. Dadurch läßt er die BetrachterInnen alte Geschichten aus einem neuen
Blickwinkel betrachten. Gosselins Augen und Hände arbeiten selbstverständlich mit
kulturellen Details. Erst dadurch kommuniziert er seine große Liebe für die Menschen, aber
auch für die Farben und die "Vielfalt des Augenblicks". Keine Trauer findet ihren Platz, wie
aus einen Traum, ein neues Bild aus einer anderen Zeit.
In den letzten Jahren hat Christophe Gosselin mehrmals Graz besucht und von hier alte
Lokalzeitungen von 1854 bis 1964 (Grazer Zeitung, Tagespost, Kleine Zeitung) nach Paris
mitgenommen. Gosselins Werke in der Ausstellung "Journal" sind großteils
Arbeiten auf diesen Zeugnissen der Grazer Geschichte, aber auch bunt gemischte Beispiele
vergangener Zeitungsserien.



Einzelausstellungen / solo exhibitions:
1992 Salon de l’éphémère, Fontenay sous bois
1993 Centre culturel de Meudon, Meudon
1994 Paris – Krômeriz, Tschechien
1996 Centre culturel français, Abidjan, Elfenbeinküste
1999 10/10, Rathaus des 10. Arrondissemet, Paris
2001 La Forge de Belleville, Paris
Salon d’Art Contemporain, Dammarie-lès-Lys
2002 8. Biennale zeitgenössischer Kunst, Champigny-sur-marne
Maison des Métallos, Paris
Casarao dos Prazeres, Rio de Janeiro, Brasilien
2003 Portas abertas de Santa-Teresa, Rio de Janeiro, Brasilien
2004 Maison du Brésil, Paris
Regards croisés - Marian Fountain / Albert D, Paris
2005 Espace International Universitaire d‘Art Contemporain, Artothèque, Lieusaint
2006 Centre Culturel St Exupery, Franconville
Galerie EDIFOR, Paris
2011 Greg & Co, Marseille
Royal Smushi, Peking, China
Nordic Club, Dhaka, Bangladesh
Intérieur Altitude, Thônes
2012 Royal Smushi, Peking, China
Intérieur Altitude, Thônes
2013 «Ciel mon Paris», La plume vagabonde, Paris
Intérieur Altitude, Thônes
2014 : Galerie Framing, Brüssel, Belgien
Galerie Casa Luna, Amsterdam, Niederlande
Exposition Stella, Bruxelles
2015 Galerie Casa Luna, Amsterdam, Niederlande
2016 Galerie Casa Luna, Amsterdam, Niederlande
Le Beau Site, Annecy
Intérieur Altitude, Thônes
2017 Le beau Site, Annecy
Intérieur Altitude, Thônes
Galerie Casa Luna, Amsterdam, Niederlande
«Ciel mon Paris 2», La plume vagabonde, Paris
Alliance Française, Niteroi, Rio de Janeiro, Brasilien
2018 Estudio Desenove, Santa Teresa, Rio de Janeiro, Brasilien
«Ciel mon Paris 3 + Mai 68», La plume de Louise, Paris
Le beau site, Talloires, Annecy
«Le joli mois de Mai», Rathaus des 10. Arrondissemet, Paris
Casa Luna, Amsterdam, Niederlande
Intérieur Altitude, Thônes, Sommerausstellung «faits d’hiver»


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